Jahrgang 1955-1956  -  Neckarsulm

 

Bericht

Ausflug Bingen, Rüdesheim, Mainz

17.05 - 19.05.2019

Auch 2019 fanden sich 28 Jahrgänger des Jahrgangs 55/56 zu einem verlängerten Wochenende zusammen, dass sie dieses Mal in Richtung Oberes Mittelrheintal, dem Inbegriff der deutschen Rhein- und Burgenromantik und anerkanntem UNESCO Weltkulturerbe, führte.

 

Ausgangspunkt war Bingen am Rhein, nicht zuletzt bekannt durch Hildegard von Bingen, die Mystikerin und Universalgelehrte, die bereits vor nahezu 1000 Jahren durch ihr selbstbewusstes und charismatisches Auftreten und Wirken zur Wegweiserin in Theologie, Medizin, Naturkunde und vielem mehr wurde und deren Faszination bis heute anhält. In Bingen steht auch mitten im Rhein der berühmte Mäuseturm als Zollturm.

 

Der Rhein war schon immer nicht nur strategisch, sondern auch als Handels- und Verkehrsweg von besonderer Bedeutung. Im Mittelalter führte dies zum Entstehen zahlreicher Burgen, von denen der gesamte Warenverkehr auf dem Rhein kontrolliert und Zölle erhoben wurden, so dass für die Händler am Zielort oft nicht mehr viel Gewinn übrigblieb.

 

Wo Rheingau, Rheinhessen und Nahe zusammentreffen, liegt auch das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Deutschlands. Bei einer mehrstündigen geführten Weinwanderung durch die Weinberge und Verköstigung in einem uralten Weinkeller erfuhren die Jahrgänger von Jungwinzer Bernhard Grünewald viel Wissenswertes über das typische Thema am Rhein: „Wein-Weib-Gesang“. Wein und Tourismus sind in dieser Region dort die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren.  

 

  

 Inbegriff dafür ist das kleine Städtchen Rüdesheim, auch bekannt durch die ehemals dort ansässige Weinbrennerei, deren Produkte früher z.B. in Schnapsbohnen oder im Rüdesheimer Kaffee verarbeitet wurden. Selbst Hollywood hatte mit dem in der Nähe stationierten Elvis Presley das Städtchen Rüdesheim als Kulisse für die Heimatfilmseligkeit der 50 er Jahren entdeckt. Letzterer war wohl nicht nur leibhaftig vor Ort, sondern musste auch im Film nicht ganz akzentfrei das Lied „ Muss i denn zum Städtele hinaus“ schmachten. 

Als typisch deutsch gilt wohl auch die berühmte Drosselgasse des Ortes, durch die sich jährlich ca. 3 Millionen Touristen aus aller Welt drängen. Nicht weit entfernt befindet sich das nicht minder bekannte Niederwalddenkmal.  

 

Dieses Monument der Kaiserherrlichkeit wurde anlässlich der Gründung des Deutschen Reiches Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Die heroische Darstellung der personifizierten Germania mit Blick über den Rhein mag dem heutigen Betrachter etwas befremdlich erscheinen, ist aber dem Zeitgeist des ausgehenden 19. Jahrhunderts geschuldet. Ob diese Betrachtungsweise den internationalen Besuchern auch bewusst ist, mag dahingestellt sein. 

 

 

Auf der Rückreise statteten die Jahrgänger noch der Landeshauptstadt Mainz einen Besuch ab. Mainz hat seit der Römerzeit historische kirchliche und weltliche Bedeutung, ist weiterhin bekannt für ihre Fasenacht, die Mainzelmännchen und als Universitätsstadt. Der berühmteste Mainzer, Johannes Guttenberg, jedoch hat durch die Erfindung des Buchdrucks die Welt verändert.

   

  

Neben dem offiziellen Programm gaben auch private Gründe aus den Reihen der Teilnehmer mehrfach Anlass zum Feiern. Bei der anschließenden Rückfahrt waren alle einer Meinung: „Wieder Mal ein rundum gelungener Jahrgangsausflug“. Voranmeldungen für die Reise 2020 liegen schon vor.  (ES)

 

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