Jahrgang 1955-1956  -  Neckarsulm

 

Bericht Ausflug Sigmaringen



Jahrgang 55/56 in Sigmaringen und Umgebung

14. - 16.09.2018


 

 

Das traditionell jährlich stattfindende verlängerte Wochenende führte die 28 Teilnehmer des Jahrgangs 55/56 dieses Mal in die oberschwäbische Kreisstadt Sigmaringen an der Donau, wo nicht nur ein deutscher Royal und der baden-württembergische Landesvater, sondern auch ein waschechter Neckarsulmer Jahrgangskollege seit einigen Jahren beheimatet ist.



Bei gewohnt traumhaften Jahrgangswetter spazierten die Neckarsulmer zunächst zur Josefskapelle, von deren Standpunkt aus man einen traumhaften Blick auf das geschichtsträchtige Stadtgebiet und das imposante Schloss Sigmaringen genießen kann. Die nächste Station führte zum Fidelishaus, das einem der berühmtesten Söhne der Stadt, Markus Roy, gewidmet ist.





Dieser Sohn eines Gastwirts entschied sich im 16. Jahrhundert zu einem Ordensleben, wurde als Prediger namens Fidelis für die Gegenreformation von seinen Gegnern erschlagen und ging somit als erster Märtyrer des Kapuzinerordens in die Geschichte ein. Nach seiner Heiligsprechung ist er seither als hohenzollerischer und insbesondere als Sigmaringer Stadtpatron in der Tradition bis heute noch gegenwärtig.  Der Aussage von Zeitzeugen nach hat er in den letzten Kriegstagen die Sigmaringer Bürger vor dem drohenden Bombenhagel der Alliierten beschützt, in der er deren Gebete zu ihrem Schutzheiligen erhört und über die Stadt einen noch nie dagewesenen Nebel herabgesenkt habe, der die Sicht unmöglich machte und die Stadt dadurch verschont wurde.




Am folgenden Tag erfuhren die Jahrgänger bei einer historischen Stadtführung die wechselhafte politische und kulturelle Geschichte Sigmaringens, die sich vom Mittelalter an als Hohenzollernhoch-burg, zeitweise als der preußisch-militärischen Verwaltung zu-gehörig und in Zeiten der Vichy Regierung sogar in der Rolle als französische Hauptstadt in den Annalen der Stadt wiederfindet. Das überwiegend katholisch geprägte Sigmaringen ist es also seit Jahrhunderten bis zum heutigen Tag gewohnt, mit Einflüssen politischer und kultureller Natur von außen konfrontiert zu sein.



Nach einem Besuch des nahegelegenen Benediktinerabtei Beuron konnten die Jahrgänger einen Einblick in den Klosteralltag nach dem Prinzip  ora et labora der dort noch 40 lebenden Mönche erhalten. Nicht zuletzt erlangte die der Erzabtei St. Martin an-geschlossene Kapelle durch ihre außergewöhnlichen Decken-malereien und Wandgemälde besondere Bedeutung auf die religiöse Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde diese als Beuroner Kunstschule, die sich an frühchristlichen und byzantinischen Vorbildern orientierte.





Am letzten Tage wurden die Jahrgänger bei einer Schlossführung durch eine leibhaftige Zofe seiner Hoheit ins 19.Jahrhundert zurückversetzt und mussten sich beim Gang durch die zahlreichen Räumlichkeiten entsprechend des Standes ihrer zugeteilten Rollen als Fürst Dimitri von Transsylvanien, Gräfin von und zu Nebeburg-Bernhausen, Kommerzienrat Georg Hegel oder als Volksschul-lehrer entsprechend benehmen und bei Unklarheiten ihr Wissen unter Beweis stellen, um sich  vom einfachen Volk zu unterscheiden.




Der Ausklang fand in einem Spaziergang durch das ehemalige Gartenschaugelände, das sich längs der noch jungen Donau befindet, einen sehr entspannenden Abschluss.




Bei der anschließenden Rückfahrt konnten die Jahrgänger das Leben wortwörtlich in vollen Zügen genießen und ein wunder-schönes Wochenende mit vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen Revue passieren lassen.

 

 

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